Schreiben lernen mit System

Bewegung entwickelt sich nach einem natürlichen System

Bereits im Vorschulalter beginnen Kinder erste Wörter zu schreiben; da wird z. B. der eigene Name in Großbuchstaben, MAMA oder der Name des Haustieres geschrieben. Buchstaben werden „gemalt“, nicht exakt gestaltet oder spiegelverkehrt geschrieben. In dieser Phase ist das noch nicht so tragisch.
Damit das Schreibenlernen von Buchstaben und Wörtern, kleinen Sätzen und Texten von Anfang an gelingen kann, sollte das Kind eine Menge an grob- und feinmotorischen Bewegungen beherrschen. Einfache und komplexere Bewegungsabläufe müssen trainiert, erlernt und automatisiert werden. Viele traditionelle Kinderbeschäftigungen und -spiele (Klatsch-, Hüpf-, Fang- und Laufspiele, Pantomime, Ball werfen und fangen, kleine Tänze, Auszählreime, u. v. m.) und auch das Spielen draußen fördern und trainieren diese wichtigen Fähig- und Fertigkeiten. Sie enthalten wichtige balancierende, schwingende, kreisende und sich überkreuzende Bewegungen in verschiedene Richtungen und mit verschiedenen Niveaus – oft in Kombination mit rhythmisierender Sprache.
Je mehr Kindern eine Brücke von Bewegungsanreizen über das elementare Zeichnen hin zum Schreiben gebaut wird, desto leichter kann der Schreiblernprozess gelingen. Kinder mit motorischen Schreibproblemen müssen daher Anreize für grob- und feinmotorische Bewegungen bekommen. Schwungübungen jeder Art sind für Kinder in der Vorschule und Eingangsstufe eine ideale Vorbereitung und Begleitung. Das Achten auf richtige Buchstabenformen und Orthografie allein ist eher hinderlich. Lassen Sie Bewegungen in der Luft, auf dem Rücken eines anderen Kindes, auf dem Tisch mit Händen, auf dem Boden mit Füßen – mit offenen und geschlossenen Augen u. v. m. üben.