Faber-Castell Erleben

Faber-Castell Schloss

Mit den romanisierenden Bögen und Säulen, Rund- und Ecktürmen ist die Außenfassade mittelalterlich anmutend. Im Innern wechseln auf beeindruckend vielfältige Weise Stilepochen von Romanik, Gotik, Renaissance, über Empire und Klassizismus bis hin zur damals modernsten, dem Jugendstil.

Hintergrundinformation

Die sechste Generation

Eine Hochzeit

Im Jahr 1898 vermählte sich Freiin Ottilie von Faber mit Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen und begründete damit einen neuen Familienzweig, der sich mit königlicher Erlaubnis „Faber-Castell“ nennen durfte.
Wenige Jahre nach ihrer Eheschließung ließ das Paar unmittelbar neben dem von Freiherr Lothar von Faber erbauten kleinen „Alten Schloss“ einen repräsentativen Neubau errichten.

Ein neues Schloss wird gebaut

Unter Leitung des Direktors des Bayerischen Gewerbemuseums, Oberbaurat Theodor von Kramer, entstand das große „Neue Schloss “ in nur drei Jahren Bauzeit (1903-1906) als Zeugnis aristokratischer Wohnkultur. Altes und Neues Schloss, Wintergarten, Kapelle und Kreuzgang gruppieren sich um einen rechteckigen Innenhof. Der Glockenturm – Wahrzeichen der Stadt Stein – verbindet beide Schlösser und verleiht der nördlichen Fassade den Charakter eines städtischen Rathauses. Die romantisch-verspielte Ostseite öffnet sich mit einer Terrasse zum Park und zur eleganten Villa, die für Wilhelm von Faber (Lothars Sohn) erbaut wurde. Erker, Türme und Mauern des Neuen Schlosses erinnern an ein trutziges, mittelalterliches Castell – Symbol für den Namen des Casteller Geschlechtes, dessen Wurzeln bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen.

Countess Ottie von Faber-Castell in the "Louis XIV" - room

Einrichtung

Das Schloss lebt auf seinen drei Stockwerken vom faszinierenden Kontrast zwischen Historismus und Jugendstil. Einige kunsthistorisch herausragende Zimmer hat der seinerzeit renommierte Designer und Innenarchitekt Bruno Paul entworfen. Andere Räume des Schlosses sind dem Historismus zuzuordnen; sie interpretieren unterschiedliche Stilrichtungen der Vergangenheit: Ein Empfangssalon im französischen Klassizismus, Bibliotheken im Renaissance-Stil, eine geräumige Halle mit typischen Elementen der Romanik, der Ballsaal mit Gotik-, Renaissance-, Barock- und Jugendstil-Details. Außergewöhnlich sind auch das Damen- und das Herrenbad – jeweils mit vertieften Marmorwannen und im Jugendstil gestaltet. Im obersten Stockwerk liegen die großen Festsäle, in denen zahlreiche Bälle und Empfänge für Gäste aus Adel, Politik und Wirtschaft gegeben wurden.