DIE GESCHICHTE DES HAUSES FABER-CASTELL
Die 1. Generation
Gründung durch Kaspar Faber (1730 - 1784)
1761 - 1784
Am Anfang war der Bleistift. Der Schreiner Kaspar Faber fertigt in Stein bei Nürnberg seine ersten eigenen "Bleyweißsteffte" und verkauft sie auf dem Nürnberger Markt. Das Gründungsjahr von FABER-CASTELL liegt damit lange vor der französischen Revolution und vor Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika.
1761 in der Welt:
Wolfgang Amadeus Mozart komponiert im Alter von 5 Jahren sein erstes Stück
Die 2. Generation - Anton Wilhelm Faber (1758 - 1810)
1784 - 1810
Nach Kaspars Sohn Anton Wilhelm heißt das Unternehmen in der zweiten Generation "A.W. FABER".
Unter Anton Wilhelm blüht der kleine Handwerksbetrieb weiter auf. Anton Wihelm kauft Grundstücke dazu, vergrößert die Bleistiftproduktion - das Unternehmen wächst.
1784 in der Welt:
Schiller schreibt über Kabale und Liebe und Immanuel Kant beantwortet seine Frage "Was ist Aufklärung?" selbst mit "...der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit."
Die 3. Generation - Georg Leonhard Faber (1788 - 1839)
1810 - 1839
Georg Leonhard führt den Bleistiftbetrieb in politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten fort, kann aber nicht verhindern, dass die Geschäfte stark zurückgehen und die Existenz des Unternehmens unsicher ist.
1810 in der Welt:
In München findet das erste Oktoberfest auf der Theresienwiese statt.
Die 4. Generation - Lothar von Faber (1817 - 1896)
1839 - 1896
1839 übernimmt Lothar von Faber nach dem Tod seines Vaters Georg Leonhard die Bleistiftfabrik in Stein. Nachdem er in Schreibwarenunternehmen der damaligen Handelsmetropolen Paris und London wichtige Erfahrungen sammeln konnte, stellt der 22-jährige den väterlichen Betrieb auf völlig neue Beine. Mit Visionen und eisernem Willen treibt er das Unternehmen voran. Sein Ziel: "...Mich auf den ersten Platz emporzuschwingen, indem ich das Beste mache, was überhaupt in der Welt gemacht wird...".
Er entwickelt den modernen Qualitätsbleistift, legt die heute noch gültigen Längen und Härtegrade fest und stellt erstmals auch sechseckige Stifte her. Er kennzeichnet sie mit dem Namen "A. W. Faber" - der erste Marken-Bleistift der Welt ist geboren.
1839 in der Welt:
Der Maler Paul Cézanne, der Komponist Modest Mussorgskij und der Ölbaron John D. Rockefeller werden geboren.
1843
Über eine Agentur in New York werden "A.W. Faber" Stifte erstmals in Amerika verkauft.
1843 in der Welt:
Der erste Themsetunnel in London wird eröffnet.
1844
Lothar von Faber richtet eine der ersten Betriebskrankenkassen Deutschlands ein.
1844 in der Welt:
Geburtsjahr des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche und des französichen Dichters Paul Verlaine.
1849
In New York wird die erste Auslandsniederlassung des aufblühenden Unternehmens gegründet. Es folgen Niederlassungen in London (1851) und Paris (1855) sowie Agenturen in Wien (1872) und St. Petersburg (1874).
1849 in der Welt:
Goldrausch in Kalifornien.
1851
Lothar Faber schafft für Bleistifte eine "Norm", die für die Bleistiftindustrie richtungsweisend wird.
1851 in der Welt:
Die erste Weltausstellung in London wird eröffnet.
1861
Zur ersten Jahrhundertfeier entsteht das Zweigwerk Geroldsgrün (Oberfranken). Zunächst als Schiefertafelfabrik gegründet, entwickelt es sich später zu einem der weltweit größten Rechenstab-Werke.
1861 in der Welt:
In den USA wird zwischen New York und San Francisco eine Telegrafenleitung errichtet.
1861
Auf Grund seiner großen wirtschaftlichen und sozialen Verdienste werden Lothar von Faber zahlreiche Ehrungen zuteil: 1861 erhält er den persönlichen Adel verliehen, 1881 wird er in den erblichen Freiherrnstand erhoben, 1865 wird er zum lebenslänglichen und 1891 zum "Erblichen Reichsrat der Krone Bayerns" ernannt.
1862 in der Welt:
In den USA erklärt Präsident Lincoln die Sklaverei in den Südstaaten für abgeschafft.
1874
Mit der Petition an den Deutschen Reichstag "zur Schaffung eines Markenschutzgesetzes" wird Lothar von Faber zum Wegbereiter des Markenschutzgesetzes in Deutschland (Mai 1875).
1874 in der Welt:
Die erste Kunstausstellung der "Impressionisten", darunter Monet, Pissaro, Renoir, Cézanne und Dégas, findet in Paris statt.